Fraktion

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Mitglieder des Rates,
sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung,
sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer,
 
schafft Wegberg mit diesem Haushaltsentwurf den Klassenerhalt? Eins ist sicher, die
Herbstmeisterschaft ist und bleibt ein unerfüllter Traum. 
 
In diesem Jahr nutze ich einmal die Sprache des Fußballs; vielleicht kommen die
Botschaften und Wünsche meiner Fraktion so besser beim Bürgermeister – unserem Trainer
des Fußballvereins „Stadt Wegberg“ – und Feldspielern der Mannschaft „ den Ratsleuten“
an, werden verstanden und – ach welcher Traum – mal bei der Zusammenarbeit umgesetzt,
damit wir endlich alle nach vorne schauen.
 
Wenn eine Fußballmannschaft in eine Krise gerät oder steckt, gibt es zahlreiche Mitglieder,
Fans und Wegbegleiter, die es besser wissen, selbstverständlich besser taktisch aufstellen,
spielen oder was auch immer können. 
Bei Fußballmannschaften in Krisensituationen heißt es mal, der Trainer ist schuld und muss
weg oder mal die Spieler sind zu faul und verdienen einfach zu viel Geld, oder der Trainer
hat einfach ein schlechtes Spielermaterial. 
 
Leider befindet sich unsere Mannschaft „Stadt Wegberg“ mittlerweile schon länger in einer
solchen Krisensituation, denn das Haushaltssicherungskonzept hat doch beträchtlich die
Spielmöglichkeiten unserer Mannschaft – die der Ratsmitglieder – beeinträchtigt und sogar
erheblich beschnitten. 
 
Was ist zu tun? Unseren Trainer „Bürgermeister“ und uns Feldspielern „Ratsmitglieder“
können die Fans und Mitglieder vor 2020 nicht austauschen. Das ist Fakt. Auf diese
Aufstellung und Kombination haben sich die Mitglieder und Fans – die Wählerinnen und
Wähler der Kommunalwahl 2014 – verständigt und aneinander gebunden. 
 
Die Feldspieler „Stadt Wegberg“ haben selbst ihre Co-Trainer „Beigeordneten“ bestimmt. Die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung versorgen den Trainer, die Co-Trainer sowie
die Feldspieler mit den Materialien und sind daher in meinem Gleichnis unsere Zeugwarte. 
 
Wir Spieler haben ein großes Problem, unser Trainer „Bürgermeister“ erklärt nicht allen
Spielern der Mannschaft „Stadt Wegberg“ seine Taktik, oft wechselt er im laufenden Spiel die
Strategie - exemplarisch genannt seien hier „Neubau Feuerwache“ und „Schließung von
Grundschulstandorten“.

Grundsätzlich sind hier die Verwaltungsvorlagen gemeint, die er als Bürgermeister
mitzeichnet und sich so zu eigen macht, dennoch stimmte er in Ausschuss- und Rats-
sitzungen mit seinen roten Spielern dagegen. Wir Spieler „Ratsmitglieder“ stehen auf dem
Feld und sehen uns dann ratlos dieses Treiben an. Wo will er hin, das war doch ganz anders
vorgesehen und von ihm nachweislich anders vorgesehen.
 
Seine Vorliebe für einzelne Mannschaftsgruppierungen ist hinlänglich bekannt, die Roten
und Grünen sind immer toll, die Anderen aus seiner Sicht vielleicht einfach nur doll? Denn
rote und grüne Spieler fragen niemals nach, sondern schreien immer „Ja, Trainer, so wird´s
gemacht! Wir vertrauen Dir bedingungslos, die anderen Spieler maßen sich Dinge an, die
finden wir überhaupt nicht toll.“
 
Wären die Spielzüge der Ratsarbeit so einfach zu gestalten, könnten wir Spieler uns viel
Trainingszeit für Standardsituationen ersparen und einfach aufs gegnerische Tor draufhalten.
Doch ganz so einfach ist es nicht, denn wir Spieler müssen drauf achten, dass die richtigen
Materialen „Vorlagen“ auch für den Spielzug passen. Oft stimmt die taktische Ausrichtung
der vorgesehenen Spielweise nicht, hier gilt es dann mit Erfahrung argumentativ dagegen zu
halten. Das raubt viel Zeit, kostet Kraft und macht den Beteiligten überhaupt keinen Spaß.
 
Verschiedene taktische Varianten wie „Schließung zweier Grundschulen“, „ Einführung einer
Parkraumbewirtschaftung“, „Erhöhung der Hebesteuersätze“ usw. wurden schon erprobt,
manches Mal verworfen und manches Mal umgesetzt. Die Mitglieder und Fans „unsere
Wähler“ waren bisher in der Regel sehr unzufrieden mit dem laufenden Spielbetrieb.
Gelegentlich zu Recht, das wollen wir an dieser Stelle auch nicht verhehlen. 
 
In dieser Mannschaft „Stadt Wegberg“ spielen wir unterschiedlich lang, ich bspw. erlebe nun
den dritten Trainer „Bürgermeister“ in meiner zweiten Spielergruppierung. 
Subjektiv betrachtet, die Spielweise wird immer schlechter– leider und insbesondere beim
Miteinander. Da gilt es Gegenzusteuern. Damit eine Mannschaft nicht nur mit Hängen und
Würgen den Klassenerhalt schafft, müsste allen Beteiligten - angefangen vom Trainer
„Bürgermeister, über Co-Trainer „Beigeordnete“, den Feldspielern „Ratsmitglieder“ bis hin zu
den Zeugwarten „Verwaltungsmitarbeiter(inn)en - klar sein, das wir als „Stadt Wegberg“ nur
erfolgreich sein werden, wenn wir uns gemeinsam auf eine Strategie bzw. Taktik
verständigen und nicht alles gleichzeitig ausprobieren. 
 
Außerdem halten wir es für äußerst sinnvoll, nicht schlecht übereinander zu reden, sondern
miteinander respektvoll und wertschätzend umzugehen. Dem Trainer „Bürgermeister“
empfehlen wir, seine Co-Trainer und die für das Material verantwortlichen Mitarbeiter(inn)en
der Verwaltung aufeinander abzustimmen. Es scheinen einige unterschiedliche
Kommunikationsstile zu herrschen, die nicht immer auf das beste taktische Konzept für die
Mannschaft „Stadt Wegberg“ abzielen. Das muss besser werden.

Weiter müssen unsere Mitglieder und Fans über jegliche Spielzüge und Taktiken aufgeklärt
werden, denn die Wegberger Bürgerschaft ist unser höchstes Gut, die gilt es mitzunehmen
„Zug um Zug“. Ansonsten erhalten wir im Jahre 2020 zu Recht eine „rote Karte“.
 
Meine Mannschaftsgruppierung „Aktiv für Wegberg“ hat sich für heute vor allem auf die
Kosten der Materialbeauftragten bzw. Zeugwarte „Verwaltung“ fokussiert. Denn hier sind
viele Dinge den Spielern, Mitgliedern und Fans nicht wirklich bekannt. 
Fragen wie bspw. was kostet die Instandhaltung des Rasens, wieviel muss man bei
Materialbeauftragten für die Ausstellung von Personalausweisen einplanen usw., sind
berechtigt. 
 
Unsere Fragen, wie und wo können wir für den Fußballverein „Stadt Wegberg“ in den
kommenden Jahren noch weitere Einsparungen erzielen, um die Mitgliedsbeiträge und
Eintrittspreise für unsere Mitglieder und Fans konstant zu halten, sind immer noch offen. 
 
Ein zu überprüfender Bereich des Spielbetriebs sind für uns die Personalkosten. Es handelt
sich hierbei um den zweiten größten Ausgabeposten der „Stadt Wegberg“ und ist aus
unserer Sicht beim Spielzug „Stellenplan“ bis ins Kleinste zwingend zu verstehen. Ist der
Spielzug „Stellenplan“ einmal abgeschlossen, können die Feldspieler „Ratsmitglieder“ nichts
mehr verändern oder anpassen. Nachdem der „Stellenplan“ einmal steht, entscheidet der
Trainer „Bürgermeister“ ganz alleine regelmäßig in allen weiteren Fragen. Für Beförderungen
benötigt er – nur in Ausnahmefällen – die Zustimmung der Mannschaft, das bedeutet ein
Drittel reicht in allen weiteren Fragen aus. 
 
Das hat unsere Mannschaft vor kurzem negativ erfahren, wir sagten zu einem Spielzug
„Beförderung“ mehrheitlich nein. Stattdessen erwiderten wir, lieber Trainer, frag´ uns bitte
noch mal in einem Jahr. Dennoch hat unser Trainer „Bürgermeister“ anders gehandelt. Der
Spielzug war gespielt. "Liebe Mannschaft, ihr könnt mich mal, jetzt wird befördert, ich habe
die Macht.“
 
Selbstverständlich erhalten unsere Zeugwarte jede Besoldungsanpassung und
Tariferhöhung gewährt, dies steht ihnen unumstößlich zu. Wir finden, dass in unserem
aktuellen und sehr heiklen Spielbetrieb die Besoldungsanpassungen und Tariferhöhungen
ausreichen, denn unseren Mitgliedern und Fans muten wir als Fußballmannschaft „Stadt
Wegberg“ bis dato dafür notgedrungen nur Einschränkungen und Mehrausgaben zu.
 
Dieses Zusammenspiel und diese Zusammenhänge sehen unsere Fans bzw. Mitglieder der
„Stadt Wegberg“ nicht. Das Alles spielt immer hinter den Kulissen, wenn es um die internen
Finanzen geht und die Vertraulichkeit beginnt.
 
In diesem heutigen Spiel „Haushaltsentwurf 2017“ waren die Personalkosten sehr umstritten,
wir Spieler wollten einfach zu viel wissen. Damit hat die dafür zuständige Zeugwartin nicht
gerechnet. Warum interessieren sich die Spieler „Ratsmitglieder“ überhaupt für die Kosten

der Materialien und Zeugwarte? Und die Antwort auf all diese Fragen erfolgte prompt. „Ihre
Fragen zu den Personalkosten der Kostenstellen sind in der Kürze der Zeit nicht vollständig
und in Gänze durch meine dafür zuständigen Mitarbeiter aufzuarbeiten.“
 
Nun hat unser Trainer „Bürgermeister“ uns versprochen, die Rückrunde wird in Sachen
„Personalkosten“ besser werden, den uns bisher verwehrten Aufschluss wird es künftig
geben. 
 
Wir sind darüber nicht glücklich, nehmen das aber zunächst einmal so hin. Allerdings geben
wir unserem Trainer virtuell eine gelbe Karte. Rot wäre dafür zu diesem Zeitpunkt zwar
möglich, aber definitiv nicht zielführend. Wir beschränken uns darauf, dass wir die
Rückrunde aufmerksam begleiten werden. 
 
Grundsätzlich gilt, die Strategie „Haushaltssicherungskonzept“ muss zwingend angepasst
werden. Es sind noch viel zu viele Fragen unbeantwortet und offene Handlungsstränge
vorhanden. Darauf haben wir mehrfach hingewiesen. 
 
Einzig die Taktik „Erhöhung der Steuersätze“ wird immer wieder ins Feld geführt, ohne dabei
aus unserer Sicht ernsthaft über Alternativen nachzudenken. Das ist nicht gut, es vergrault
unsere Mitglieder und Fans - und das zu Recht.
 
Ausdrücklich loben und danken möchten wir der obersten Zeugwartin „der Kämmerin“, die es
nicht einfach hat mit dieser Fußballmannschaft „Stadt Wegberg“. Begrenzte Mittel, hohe
Auflagen der Spielaufsicht und unterschiedliche Richtungen in Sachen Umgang mit den
Budgets bei den Zeugwarten, den Materialien und der Mannschaft. 
 
Allen Widrigkeiten zum Trotz ist es ihr gelungen, eine Taktik in Sachen „Haushalt 2017“
vorzuschlagen, der es zu verdanken ist, dass unser Mannschaftsteil dieser Taktik zustimmt.
Denn letztendlich galt es für uns abzuwägen, wo sich unser Mannschaftsteil „Aktiv für
Wegberg“ für das heutige wichtige Spiel positionieren wird. 
 
Auf kritische Punkte wurde in dieser Rede hingewiesen, denn wir möchten nicht eines Tages
vom Trainer „Bürgermeister“ ein Zitat von Peter Neururer vernehmen:
„Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch
das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.“ 
 
Dagegen gilt es zu arbeiten, unsere Mannschaftsgruppierung hat in diesem Jahr erleben
dürfen, dass die von uns verweigerte Taktik „zwei Grundschulschließungen“ Gott sei Dank
letztendlich nicht gespielt worden ist. Diese Mannschaft „Ratsmitglieder“ hat sich anders als
vom Trainer „Bürgermeister“ eingebracht, darauf verständigt, über eine Schließung
entscheiden die Eltern mit ihrem Anmeldeverhalten und nicht wir im laufenden Spielbetrieb. 
Dafür möchten wir Allen noch mal herzlich danken.

Vielleicht ist es heute ein wenig überraschend für den Bürgermeister, denn wir werden für
das Spiel „Haushalt 2017“– trotz der geäußerten Kritik – auf die Zusage des Trainers
vertrauen.
 
Die Fraktion „Aktiv für Wegberg“ stimmt dem vorgelegten Haushaltsentwurf zu. 
 
gez. Nicole von den Driesch
Fraktionsvorsitzende
 
Es gilt das gesprochene Wort.

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